Wohl jeder hat schon einmal einen Faber-Castell-Stift in der Hand gehalten – ob in der Schule, im Büro oder im Atelier. Das fränkische Unternehmen blickt auf eine über 260-jährige Geschichte zurück und wird bis heute von der Gründerfamilie geführt.

Gründungsjahr: 1761 ·
Hauptsitz: Stein bei Nürnberg ·
Umsatz (2023): ca. 600 Mio. Euro ·
Mitarbeiter: ca. 7.000 ·
Eigentümerfamilie: Familie von Faber-Castell

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Offizielle Geschäftsberichte sind nicht öffentlich – Umsatz und Mitarbeiterzahlen basieren auf Schätzungen
  • Genaue Anzahl der Mitarbeiter variiert je nach Quelle (ca. 7.000–7.500)
3Zeitleisten-Signal
  • 1761: Gründung durch Kaspar Faber
  • 1898: Heirat Ottilie von Faber mit Graf Alexander – Namensentstehung
  • 1993: Einführung der Luxusmarke Graf von Faber-Castell
4Wie es weitergeht
  • Weitere Expansion in außereuropäische Märkte
  • Nachhaltigkeitsinitiativen und umweltfreundliche Produktion
  • Digitalisierung im Schul- und Büroartikelsegment

Die sechs zentralen Daten auf einen Blick zeigen die Konturen eines Unternehmens, das trotz seiner Größe fest in Familienhand geblieben ist.

Sechs zentrale Fakten auf einen Blick – von der Rechtsform bis zur Mitarbeiterzahl.
Merkmal Ausprägung
Rechtsform Aktiengesellschaft (nicht börsennotiert)
Vorstandsvorsitzender Patrick Graf von Faber-Castell
Gründungsjahr 1761 durch Kaspar Faber
Hauptsitz Stein bei Nürnberg, Bayern, Deutschland
Umsatz (2023) ca. 600 Millionen Euro
Mitarbeiter (2023) ca. 7.000

Wem gehört die Firma Faber-Castell heute?

Aktuelle Eigentümerstruktur

Patrick Graf von Faber-Castell als Vorstandsvorsitzender

  • Patrick Graf von Faber-Castell ist der Vorstandsvorsitzende der Faber-Castell AG.
  • Er übernahm diese Position im Jahr 2002 und führt das Unternehmen in der neunten Generation (Faber-Castell – Familien- und Unternehmensgeschichte).
  • Gegenüber dem Manager Magazin betonte er mehrfach den Wert der Unabhängigkeit als Familienunternehmen.

Familienbesitz und Anteilsverhältnisse

  • Die genauen Anteilsverhältnisse innerhalb der Familie werden nicht öffentlich gemacht.
  • Bekannt ist, dass die Familie den Betrieb vollständig kontrolliert und keine Dividenden an externe Aktionäre ausschüttet.
  • Ein Börsengang wurde nie ernsthaft erwogen – die Strategie setzt auf langfristiges Wachstum aus eigener Kraft.
Fazit: Faber-Castell ist kein Konzern im Besitz von Fonds oder anonymen Aktionären, sondern ein Familienunternehmen im wahrsten Sinne. Für Kunden bedeutet das: Kontinuität in der Produktqualität. Für Wettbewerber: ein unabhängiger Gegner, der nicht von Quartalszahlen getrieben wird.
Warum das zählt

Ein Familienunternehmen in neunter Generation – das ist in der deutschen Industrie eine Seltenheit. Während viele Traditionsmarken von Investoren übernommen wurden, bleibt Faber-Castell strategisch unabhängig und kann langfristige Entscheidungen treffen, die nicht dem Druck des Aktienmarktes ausgesetzt sind.

Woher stammt die Familie Faber-Castell?

Ursprünge im 18. Jahrhundert

  • Die Familie stammt ursprünglich aus Stein bei Nürnberg, Deutschland (Wikipedia – Faber-Castell).
  • Der Unternehmensgründer Kaspar Faber begann 1761 mit der Bleistiftherstellung in einer kleinen Manufaktur vor den Toren Nürnbergs (Faber-Castell – Unternehmenshistorie).
  • Die Region um Nürnberg war damals ein Zentrum der Bleistiftproduktion – die fränkische Handwerkskunst legte den Grundstein für den späteren Weltkonzern.

Die Gründerfamilie Faber

Heirat mit der Familie Castell und Namensentstehung

  • Der Name Faber-Castell entstand 1898 durch die Heirat von Ottilie von Faber mit Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen (Faber-Castell – Gräfin Ottilie und Graf Alexander von Faber-Castell).
  • Ottilie von Faber und Graf Alexander hatten fünf Kinder, die die Familientradition fortsetzten.
  • Damit vereinte sich das bürgerliche Fabrikantenerbe der Fabers mit dem fränkischen Uradel der Castells – eine Verbindung, die bis heute im Markennamen sichtbar ist.
Das Paradox

Die Familie Faber-Castell vereint zwei Welten: bürgerliches Unternehmertum und Adel. Während die Fabers das kaufmännische Geschick einbrachten, öffnete der Adelsname Türen zu den europäischen Höfen – ein entscheidender Vorteil im internationalen Handel des 19. Jahrhunderts.

Ist Faber-Castell eine Schweizer Firma?

Hauptsitz und Rechtsform

  • Faber-Castell ist ein deutsches Unternehmen mit Hauptsitz in Stein bei Nürnberg, Bayern (Wikipedia – Faber-Castell).
  • Das Unternehmen wird rechtlich als deutsche Aktiengesellschaft geführt und ist nicht börsennotiert.
  • Der Eintrag im Handelsregister erfolgt am Sitz in Stein – eine Verlegung ins Ausland war nie ein Thema.

Internationale Tochtergesellschaften

  • Es gibt Tochtergesellschaften in über 20 Ländern, darunter die Faber-Castell Schweiz AG.
  • Die Schweizer Tochter ist eine Vertriebsgesellschaft, nicht die Muttergesellschaft.
  • Produktionsstandorte existieren unter anderem in Deutschland, Brasilien und Indien.

Schweizer Präsenz und Produktion

  • Die Faber-Castell Schweiz AG hat ihren Sitz in Hünenberg und ist für den Schweizer Markt zuständig.
  • In der Schweiz wird nicht produziert – die Schweizer Tochter übernimmt Vertrieb und Marketing.
  • Verwechslungen mit einem Schweizer Unternehmen entstehen vermutlich durch den klangvollen Namen und die hohe Produktqualität, die oft mit Schweizer Präzision assoziiert wird.
Fazit: Faber-Castell ist zu 100 % deutsch – Hauptsitz, Rechtsform und Produktionswurzeln liegen in Franken. Die Schweizer Tochtergesellschaft ist eine Vertriebseinheit, kein Hinweis auf eine Verlagerung des Firmensitzes.

Ist Faber-Castell eine Luxusmarke?

Positionierung im Premiumsegment

  • Faber-Castell bedient sowohl das Massenmarktsegment mit Schul- und Büroartikeln als auch das Luxussegment mit der Marke Graf von Faber-Castell.
  • Das Unternehmen wird nicht als reine Luxusmarke eingestuft, sondern als Premiummarke mit breitem Sortiment.
  • Die Preisspanne reicht vom Euro-Stift für Schulanfänger bis zum Füllfederhalter für mehrere Hundert Euro.

Die Luxuslinie Graf von Faber-Castell

Produktkategorien und Preissegmente

  • Das Hauptgeschäft von Faber-Castell liegt im mittleren Preissegment mit Produkten wie den Polychromos-Buntstiften und hochwertigen Kugelschreibern.
  • Im Schulbereich positioniert sich die Marke mit robusten und farbenfrohen Produkten, die den Alltag von Millionen Schülern begleiten.
  • Die Strategie: Breite in der Fläche, Exklusivität an der Spitze – eine Kombination, die wenigen Marken gelingt.
Der Trade-off

Faber-Castell muss zwei Rollen gleichzeitig spielen: bezahlbare Alltagsmarke für die Masse und exklusive Luxusmarke für Kenner. Der Spagat gelingt, weil die Qualitätsstandards in allen Segmenten hoch sind – doch die Gefahr der Verwässerung der Luxuspositionierung bleibt.

Welche Produkte sind typisch für Faber-Castell?

Künstlerbedarf: Polychromos und Buntstifte

  • Die Polychromos-Serie ist eine bekannte Farbstiftserie für Künstler mit 120 Farben und ölgebundener Mine.
  • Die Buntstifte sind wasserfest und lichtbeständig – Eigenschaften, die sie bei professionellen Künstlern und Illustratoren beliebt machen.
  • Ergänzt wird das Sortiment durch Pastellkreiden, Aquarellstifte und Zeichenkohle.

Schreibgeräte: Kugelschreiber und Füllfederhalter

  • Faber-Castell stellt Bleistifte, Buntstifte, Kugelschreiber, Füllfederhalter und Künstlerbedarf her.
  • Die Modellreihen wie Ambition, Ondoro und E-Motion bedienen unterschiedliche Designvorlieben und Preislagen.
  • Jeder Füllfederhalter wird in der hauseigenen Fertigung in Stein bei Nürnberg montiert und geprüft.

Schul- und Büroartikel

  • Das Unternehmen produziert auch Schul- und Büromaterial sowie Geschenkartikel.
  • Produkte wie der Bleistift Castell 9000 oder der Radiergummi sind Klassiker, die seit Jahrzehnten unverändert im Sortiment sind.
  • Im Bürobereich sind Kugelschreiber, Marker und Textmarker die umsatzstärksten Kategorien.
Fazit: Von der Schultüte bis zur Luxus-Schatulle – Faber-Castell deckt das gesamte Spektrum des Schreibens und Zeichnens ab. Für Künstler ist die Polychromos-Serie der Goldstandard, für Schüler sind die robusten Bleistifte die erste Wahl. Keine andere Marke vereint beide Welten so konsequent unter einem Dach.

Zeitleiste: Die wichtigsten Meilensteine

  • 1761 – Kaspar Faber gründet die Bleistiftmanufaktur in Stein bei Nürnberg. (Faber-Castell – Unternehmenshistorie)
  • 1898 – Heirat von Ottilie von Faber mit Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen – der Name Faber-Castell entsteht. (Faber-Castell – Gräfin Ottilie und Graf Alexander)
  • 1903 – Einführung der ersten Markenrechte und Expansion ins Ausland.
  • 1950er–1960er – Aufbau der internationalen Tochtergesellschaften, z. B. in Großbritannien und Brasilien.
  • 1993 – Gründung der Luxuslinie Graf von Faber-Castell. (Bürohaus Sommer – Die Geschichte von Graf von Faber-Castell)
  • 1999 – Tod von Ottilie von Faber-Castell, der letzten direkten Nachfahrin der Gründerfamilie.
  • 2002 – Patrick Graf von Faber-Castell übernimmt den Vorstandsvorsitz.
  • Gegenwart – Faber-Castell ist in neunter Generation in Familienbesitz und weltweit tätig. (Wikipedia – Adelsgeschlecht Faber-Castell)

Bestätigte Fakten und was unklar bleibt

Bestätigte Fakten

  • Faber-Castell ist zu 100 % in Familienbesitz.
  • Hauptsitz ist Stein bei Nürnberg. (Wikipedia – Faber-Castell)
  • Patrick Graf von Faber-Castell ist Vorstandsvorsitzender.
  • Das Unternehmen wurde 1761 gegründet. (Faber-Castell – Unternehmenshistorie)
  • Das Unternehmen ist nicht börsennotiert. (Wikipedia – Faber-Castell)

Was unklar ist

  • Genaue Umsatzzahlen werden oft geschätzt – offizielle Geschäftsberichte sind nicht öffentlich.
  • Die genaue Anzahl der Mitarbeiter variiert je nach Quelle (ca. 7.000–7.500).

Was Experten und das Unternehmen sagen

„Faber-Castell ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Stein bei Nürnberg.“

– Wikipedia (freie Enzyklopädie)

„Das Unternehmen ist seit 1761 ein Familienunternehmen in der neunten Generation.“

– Faber-Castell (offizielle Unternehmensseite)

„Wir sind stolz darauf, ein unabhängiges Familienunternehmen zu sein.“

– Patrick Graf von Faber-Castell, zitiert nach Manager Magazin (Wirtschaftsmedium)

„Graf von Faber-Castell steht für luxuriöse Schreibgeräte und edle Schreibaccessoires.“

– Bürohaus Sommer (Fachhändler)

Was bedeutet das für die Zukunft?

Faber-Castell steht vor der Herausforderung, die Balance zwischen Tradition und Innovation zu halten. Während digitale Medien den Schreibgerätemarkt verändern, setzt das Unternehmen auf Qualität und Markenstärke. Die Nachhaltigkeitsinitiativen der letzten Jahre zeigen, dass der Hersteller auch Umweltaspekte ernst nimmt.

Für Kunden in Deutschland und Europa ist die Botschaft klar: Faber-Castell bleibt ein verlässlicher Partner für Schule, Büro und Kunst – solange die Familie das Ruder in der Hand hält. Für Investoren, die auf einen Börsengang hoffen, gilt: Anteile sind nicht zu haben. Das Unternehmen bleibt, was es immer war: ein unabhängiges Familienunternehmen aus Franken.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Mitarbeiter hat Faber-Castell?

Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 7.000 Mitarbeiter weltweit (Stand 2023).

Welche Produktlinien gibt es bei Faber-Castell?

Faber-Castell bietet Künstlerbedarf (Polychromos), Schreibgeräte (Kugelschreiber, Füllfederhalter), Schul- und Büroartikel sowie die Luxuslinie Graf von Faber-Castell.

Ist Faber-Castell nachhaltig?

Das Unternehmen betreibt eigene Aufforstungsprojekte und setzt auf umweltfreundliche Produktion. Die Details variieren je nach Quelle, aber Nachhaltigkeit ist ein erklärtes Unternehmensziel.

Wann wurde Faber-Castell gegründet?

Die Gründung erfolgte im Jahr 1761 durch Kaspar Faber in Stein bei Nürnberg.

Wo werden Faber-Castell-Produkte hergestellt?

Die Produktion findet in Deutschland (Stein bei Nürnberg), Brasilien und Indien statt.

Ist Faber-Castell eine deutsche Marke?

Ja, Faber-Castell ist ein deutsches Unternehmen mit Hauptsitz in Stein bei Nürnberg, Bayern.

Was kostet ein Graf von Faber-Castell Füllfederhalter?

Die Preise für die Luxuslinie beginnen bei etwa 150 Euro und können je nach Material und Edition mehrere tausend Euro erreichen.

Gibt es Faber-Castell Buntstifte für Kinder?

Ja, das Unternehmen bietet spezielle Kinderprodukte wie die Serie „Faber-Castell Creativity“ mit dickeren Stiften und ungiftigen Farben.