
Gottesanbeterin: Was tun? Fundort melden, halten & Bedeutung
Eine grüne Gestalt sitzt reglos auf einem Lavendelstock – und dreht den Kopf, als würde sie Sie beobachten. Die Gottesanbeterin fasziniert nicht nur durch ihr Äußeres, sondern auch durch ihre wachsende Präsenz in deutschen Gärten – seit Juli 2023 gingen allein in Brandenburg fast 15.000 Meldungen auf dem Portal gottesanbeterin-gesucht.de ein (Landeshauptstadt Potsdam, Pressemitteilung).
Körperlänge: 5–7 cm ·
Farbvarianten: grün, braun, gelblich ·
Lebenserwartung: ca. 1 Jahr ·
Arten weltweit: über 2.400 ·
Vorkommen in Deutschland: zunehmend, besonders Südwesten
Kurzüberblick
- Ruhe bewahren (LAU Sachsen-Anhalt, Landesbehörde)
- Fotografieren (Naturkundemuseum Potsdam, Meldeportal-Betreiber)
- Fundort notieren (Naturkundemuseum Potsdam)
- Tier nicht quälen (LAU Sachsen-Anhalt, Landesbehörde)
- Wissenschaftlicher Name: Mantis religiosa (LUBW Baden-Württemberg, Landesbehörde)
- Größe: 5–7 cm (LUBW Baden-Württemberg)
- Farben: grün, braun, gelb (Naturkundemuseum Potsdam)
- Besonderheit: kannibalische Paarung (LUBW Baden-Württemberg, Landesbehörde)
- Keine gesetzliche Pflicht (LUBW Baden-Württemberg, Landesbehörde)
- Freiwillig melden – z. B. gottesanbeterin-gesucht.de
- Hilft bei der Dokumentation der Ausbreitung (Landeshauptstadt Potsdam, Pressemitteilung)
- Symbol für Achtsamkeit (Landeshauptstadt Potsdam, Pressemitteilung)
- In Kulturen als Zeichen von Ruhe gedeutet (Landeshauptstadt Potsdam)
- Im Garten: Hinweis auf ökologisches Gleichgewicht (LUBW Baden-Württemberg, Landesbehörde)
Sechs Eckdaten, eine Tendenz: Die Gottesanbeterin breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Die folgenden biologischen Kennzahlen fassen zusammen, was das Tier ausmacht.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Mantis religiosa (LUBW Baden-Württemberg) |
| Körperlänge | 5–7 cm |
| Gewicht | bis zu 3 g |
| Lebensdauer | ca. 1 Jahr |
| Nahrung | Insekten, kleinere Wirbeltiere |
| Natürliches Verbreitungsgebiet | Südeuropa, in Ausbreitung nach Norden (LUBW Baden-Württemberg, Landesbehörde) |
Was sollte man tun, wenn man eine Gottesanbeterin findet?
Sie entdecken eine Gottesanbeterin im Garten oder auf einem Spaziergang. Der erste Impuls ist oft Neugier. So gehen Sie richtig vor:
- Ruhe bewahren – die Gottesanbeterin greift Menschen nicht an (LAU Sachsen-Anhalt).
- Fotografieren – ein scharfes Bild von der Seite und von oben erleichtert die Bestimmung (Naturkundemuseum Potsdam).
- Fundort und Datum notieren – idealerweise mit Koordinaten (Naturkundemuseum Potsdam).
- Auf einem Meldeportal melden – z. B. gottesanbeterin-gesucht.de (Landeshauptstadt Potsdam, Pressemitteilung).
Ruhe bewahren und das Tier beobachten
- Die Gottesanbeterin ist nicht aggressiv und greift Menschen nicht an (Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU), Behörde).
- Beobachten Sie das Tier aus sicherer Entfernung – möglichst ohne es zu bedrängen.
Fotografieren und Standort notieren
- Machen Sie ein scharfes Foto, am besten von der Seite und von oben. Das erleichtert die spätere Bestimmung.
- Notieren Sie das genaue Datum und den Ort (idealerweise Koordinaten). Das Naturkundemuseum Potsdam empfiehlt bei einer Meldung zusätzlich den Namen des Finders (Naturkundemuseum Potsdam, Meldeportal-Betreiber).
Meldung an ein Meldeportal (z. B. gottesanbeterin-gesucht.de)
- Das Portal gottesanbeterin-gesucht.de ist ein Gemeinschaftsprojekt des Naturkundemuseums Potsdam und des Brandenburger IT-Dienstleisters ZIT-BB (Landeshauptstadt Potsdam, Pressemitteilung).
- Laden Sie Ihr Foto hoch, markieren Sie den Fundort auf der Karte und geben Sie das Datum ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich (Naturkundemuseum Potsdam).
- In Baden-Württemberg nutzt die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) ein eigenes Meldeportal (LUBW Baden-Württemberg, Landesbehörde).
- In Sachsen-Anhalt bittet das LAU um Meldung per E-Mail mit den gleichen Angaben (LAU Sachsen-Anhalt, Landesbehörde).
Die Botschaft: Für Laien ist die Meldung über die Portale der einfachste Weg, zur Forschung beizutragen. Wer keinen Internetzugang hat, kann die Funddaten auch an die zuständige Naturschutzbehörde senden.
Das LAU Sachsen-Anhalt stellt klar: Gottesanbeterinnen sind nicht giftig, nicht stechfähig und für den Menschen völlig harmlos (LAU Sachsen-Anhalt, Landesbehörde). Wer sie dennoch in die Hand nimmt, sollte vor allem an das Wohl des Tieres denken.
Die Meldung über Portale ist der einfachste Weg für Laien, zur Forschung beizutragen – und jede Beobachtung hilft, die Ausbreitung zu kartieren.
Kann man eine Gottesanbeterin in die Hand nehmen?
Viele Menschen sind unsicher, ob das Insekt gefährlich ist. Die Antwort ist beruhigend.
Verletzungsrisiko für das Tier
- Die Gottesanbeterin hat zerbrechliche Hautflügel. Schon leichter Druck kann sie beschädigen (LAU Sachsen-Anhalt, Landesbehörde).
- Nehmen Sie das Tier nur dann in die Hand, wenn es unbedingt nötig ist – etwa zur Rettung aus Gefahr.
Abwehrverhalten der Gottesanbeterin
- Bei Bedrohung stellt sie sich auf, spreizt die Fangarme und zeigt die Unterseite der Flügel. Das ist ein reines Drohverhalten – ein Biss kommt nur in äußerster Not vor (LAU Sachsen-Anhalt).
- Ein Biss ist für Menschen ungefährlich und schmerzt nicht stärker als ein Nadelstich.
Richtige Handhabung: langsam und von unten
- Wenn Sie das Tier umsetzen müssen, schieben Sie vorsichtig ein Blatt oder einen Zweig von unten unter die Beine. Die Gottesanbeterin klettert meist von selbst darauf (Naturkundemuseum Potsdam, Meldeportal-Betreiber).
- Tragen Sie das Tier an einen geschützten Ort – nicht direkt in die Sonne oder in eine kalte Umgebung.
Das LAU Sachsen-Anhalt stellt klar: Gottesanbeterinnen sind nicht giftig, nicht stechfähig und für den Menschen völlig harmlos (LAU Sachsen-Anhalt, Landesbehörde). Wer sie dennoch in die Hand nimmt, sollte vor allem an das Wohl des Tieres denken.
Das Abwehrverhalten der Gottesanbeterin ist reine Drohgebärde – ein Biss kommt praktisch nie vor.
Was ist das Besondere an der Gottesanbeterin?
Die Faszination für dieses Insekt reicht von ihrer auffälligen Gestalt bis zu ihrem ungewöhnlichen Fortpflanzungsverhalten.
Ihre gebetsähnliche Haltung
- Der deutsche Name leitet sich von der typischen Haltung ab: Die Vorderbeine sind zum Gebet gefaltet. Tatsächlich dienen sie als Fangarme – mit Dornen besetzt, um Beute zu greifen (LUBW Baden-Württemberg, Landesbehörde).
- Der dreieckige Kopf mit den großen Facettenaugen kann um 180 Grad gedreht werden – einzigartig unter Insekten.
Kannibalismus bei der Paarung
- Weibchen fressen die Männchen nach der Paarung. Dieses Verhalten sichert dem Weibchen Nährstoffe für die Eiablage (LUBW Baden-Württemberg, Landesbehörde).
- Die Eier werden in einer schaumigen Oothek abgelegt, die den Winter überdauert. Die Nymphen schlüpfen zwischen Mai und Juni (Naturkundemuseum Potsdam).
Dreieckiger Kopf und Facettenaugen
- Der Kopf sitzt auf einem langen Halsschild und kann unabhängig vom Körper bewegt werden. Das ermöglicht ein hervorragendes räumliches Sehen (LUBW Baden-Württemberg, Landesbehörde).
- Jedes Auge hat bis zu 10.000 einzelne Linsen (Ommatidien).
„Die Gottesanbeterin ist ein Paradebeispiel für die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Insektenwelt – die Tiere wandern immer weiter nach Norden.“
NABU-Experte, zitiert nach einer Analyse der LUBW Baden-Württemberg (Landesbehörde)
Ist eine Gottesanbeterin meldepflichtig?
Eine gesetzliche Meldepflicht besteht in Deutschland nicht. Die Art ist jedoch besonders geschützt und ihre Ausbreitung wird wissenschaftlich dokumentiert.
Meldepflicht in Deutschland
- Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) zählt zu den besonders geschützten Arten nach der Bundesartenschutzverordnung (LUBW Baden-Württemberg, Landesbehörde). Das bedeutet, sie darf nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Eine Meldepflicht im juristischen Sinne existiert nicht.
- Wer das Tier unbeabsichtigt gefangen hat (z. B. im Haus), sollte es sofort wieder freilassen.
Freiwillige Meldeprojekte in den Bundesländern
- Baden-Württemberg: Meldung über das LUBW-Portal (LUBW Baden-Württemberg).
- Brandenburg und bundesweit: Portal gottesanbeterin-gesucht.de (betrieben vom Naturkundemuseum Potsdam).
- Sachsen-Anhalt: Meldung an das LAU per E-Mail oder über das Online-Formular (LAU Sachsen-Anhalt).
Warum Meldungen wichtig sind
- Jede Meldung hilft, die tatsächliche Verbreitung der Art zu kartieren. Seit dem Start des Potsdamer Portals im Juli 2023 sind bereits fast 15.000 Funde eingegangen (Landeshauptstadt Potsdam, Pressemitteilung).
- Besonders im Norden Deutschlands sind die Daten dünn – hier sind Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern für die Forschung unverzichtbar.
Die Gottesanbeterin gilt als Zeigerart für den Klimawandel: Je wärmer die Durchschnittstemperaturen, desto weiter wandert sie nach Norden. Ohne die Mithilfe der Bevölkerung könnten Biologen diesen Trend kaum erfassen. (Landeshauptstadt Potsdam, Pressemitteilung)
Das Fazit: Meldungen sind freiwillig, aber für die Klimaforschung unverzichtbar – jede einzelne Beobachtung zählt.
Was bedeutet es, wenn man eine Gottesanbeterin im Garten findet?
Ein Fund im eigenen Garten kann sowohl spirituelle als auch ökologische Botschaften tragen.
Spirituelle Symbolik (Ruhe, Achtsamkeit)
- In vielen Kulturen gilt die Gottesanbeterin als Symbol für Geduld und innere Ruhe. Ihre meditative Haltung erinnert daran, innezuhalten (Landeshauptstadt Potsdam, Pressemitteilung).
- Manche Menschen deuten den Besuch als Zeichen, sich mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Ökologische Bedeutung (Zeigerart für Klimawandel)
- Die Europäische Gottesanbeterin stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. In Deutschland wurde sie erstmals in den 1990er Jahren in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gesichtet (LUBW Baden-Württemberg, Landesbehörde).
- Seitdem hat sie ihr Verbreitungsgebiet deutlich nach Norden ausgeweitet – begünstigt durch mildere Winter (Landeshauptstadt Potsdam).
- Ein Garten mit hoher Insektenvielfalt bietet ideale Lebensbedingungen: reichlich Beute und sonnige Verstecke.
Natürlicher Lebensraum in Deutschland
- Die Art besiedelt sonnige, trockene Lebensräume: Weinberge, Trockenrasen, Brachflächen und naturnahe Gärten (Naturkundemuseum Potsdam).
- August bis Oktober sind die besten Monate, um erwachsene Tiere zu finden; Ootheken können ganzjährig entdeckt werden (Naturkundemuseum Potsdam).
„Das Interesse der Bevölkerung ist enorm – fast 15.000 Meldungen zeigen, wie sehr die Gottesanbeterin die Menschen bewegt.“
Dr. Dirk Berger (Betreiber des Meldeportals gottesanbeterin-gesucht.de)
Der Fund einer Gottesanbeterin im Garten ist also ein positives Signal: Er zeigt, dass Ihr Garten ökologisch wertvoll ist und dass die Natur auf den Klimawandel reagiert. Für viele ist es zugleich eine Einladung, bewusster mit der Umwelt umzugehen.
Die Gottesanbeterin bleibt ein faszinierendes Beispiel dafür, wie der Klimawandel die heimische Tierwelt verändert – und jede Meldung hilft, dieses Bild zu schärfen.
vda-online.de, nabu-naturgucker.de, hlnug.de, naturschutzstation-biberhof.nabu-sachsen.de
Häufig gestellte Fragen
Was frisst eine Gottesanbeterin?
Sie ernährt sich vor allem von Insekten wie Fliegen, Heuschrecken und Schmetterlingen. Größere Exemplare jagen auch kleinere Wirbeltiere wie Eidechsen.
Wie lange lebt eine Gottesanbeterin?
Die Lebensdauer beträgt etwa ein Jahr – vom Schlupf im Frühjahr bis zum Tod im Herbst nach der Fortpflanzung.
Kann man eine Gottesanbeterin als Haustier halten?
Ja, die Haltung ist in Deutschland erlaubt, sofern die Tiere aus legaler Zucht stammen. Wildfänge sind wegen des besonderen Schutzstatus nicht gestattet (LUBW Baden-Württemberg).
Sind Gottesanbeterinnen in Deutschland geschützt?
Ja, sie gelten als besonders geschützte Art nach der Bundesartenschutzverordnung. Das Fangen, Verletzen oder Töten ist verboten (LUBW Baden-Württemberg).
Wie vermehren sich Gottesanbeterinnen?
Nach der Paarung legt das Weibchen eine schaumige Oothek, die den Winter übersteht. Im Frühjahr schlüpfen die Nymphen. Bei der Paarung kommt es häufig zum Kannibalismus.
Welche natürlichen Feinde hat die Gottesanbeterin?
Vögel, Spinnen, größere Insekten und Frösche jagen die Gottesanbeterin. Ihre Tarnung ist ihre beste Verteidigung.
Kann man Gottesanbeterinnen kaufen?
Ja, im Zoofachhandel und online gibt es Nachzuchten. Achten Sie auf artgerechte Haltung (Terrarium mit vertikalen Kletterästen, warmer und sonniger Standort).
Wie unterscheidet man Männchen und Weibchen?
Weibchen sind deutlich größer und kräftiger, haben einen dicken Hinterleib und kürzere Fühler. Männchen sind schlanker und haben längere Fühler (Naturkundemuseum Potsdam).