
Asiatische Hornisse erkennen, melden und bekämpfen
Kaum ein Insekt sorgt bei Imkern und Naturschützern derzeit für so viel Aufmerksamkeit wie die Asiatische Hornisse. Seit sie 2014 erstmals in Deutschland nachgewiesen wurde, breitet sie sich rasant aus – und stellt Honigbienen, aber auch die heimische Insektenwelt vor eine harte Bewährungsprobe.
Herkunft: Südostasien ·
Erstnachweis in Europa: 2004 (Frankreich) ·
Erstnachweis in Deutschland: 2014 ·
Größe Königin: bis 30 mm ·
Gefährdung: Honigbienen und einheimische Insekten
Kurzüberblick
- Wissenschaftlicher Name: Vespa velutina (Umweltbundesamt (UBA))
- Seit März 2025 in Deutschland als etabliert eingestuft (UBA)
- Jagt Honigbienen und kann ganze Völker zerstören (NDR Ratgeber)
- Langzeitfolgen für die Biodiversität noch nicht abschließend erforscht (UBA)
- Effektivität großflächiger Bekämpfungsmaßnahmen umstritten (Neobiota NRW)
- Rolle des Klimawandels für die weitere Ausbreitung nicht geklärt (NLWKN Niedersachsen)
- 2004: Erster Nachweis in Europa (Frankreich) über Warentransporte (UBA)
- 2014: Erster Nachweis in Deutschland (UBA)
- 2022: Erster Nestfund in Irland bei Dublin (UBA)
- 2025: Einstufung als etabliert, Meldepflicht entfällt (UBA)
- Weitere Ausbreitung in Mitteleuropa erwartet (UBA)
- Management statt Früherkennung: Schwerpunkt auf Schadensbegrenzung (NLWKN)
- Freiwillige Meldungen helfen, die Ausbreitung zu dokumentieren (Neobiota NRW)
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten biologischen und administrativen Fakten auf einen Blick zusammen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Vespa velutina |
| Erstfund Europa | 2004, Frankreich |
| Erstfund Deutschland | 2014, Baden-Württemberg |
| Größe Königin | bis zu 30 mm |
| Größe Arbeiterin | bis zu 25 mm |
| Nahrung | Honigbienen, Wildbienen, Früchte, Baumsäfte |
| Natürliche Feinde | Wespenbussard, Hornissen, bestimmte Pilze |
| Gefährdungsstatus | Invasive Art, EU-weit meldepflichtig (bis März 2025 Früherkennung, jetzt Management) |
Wie erkenne ich die Asiatische Hornisse?
Unterschiede zur heimischen Hornisse
- Die Asiatische Hornisse ist mit einer Königin von bis zu 30 mm und Arbeiterinnen von bis zu 25 mm deutlich kleiner als die heimische Hornisse (UBA).
- Ihr Körper ist schwarz, die Beinenden sind gelb, der Hinterleib trägt eine gelbe Spitze – die heimische Hornisse hat dagegen eine gelbbraune Brust und dunkle Beine (Neobiota NRW).
- Das Primärnest (Frühjahrsnest) findet sich oft in Bodennähe oder in Büschen, das Sekundärnest (Sommernest) hängt meist in hohen Bäumen (UBA).
Die gelben Beingelenke und die dunkle Brust sind das sicherste Erkennungsmerkmal – Verwechslungen mit der heimischen Hornisse oder der Mittleren Wespe sind jedoch häufig. Ein Foto von oben und von der Seite hilft bei der Bestimmung.
Das Erkennen der Asiatischen Hornisse erfordert aufmerksamen Blick auf die gelben Beingelenke – ein Fehler kann zur Verwechslung mit geschützten Arten führen.
Merkmale von Königin, Arbeiterin und Drohn
Bei der Asiatischen Hornisse unterscheiden sich die Kasten vor allem in der Größe. Die Königin erreicht bis zu 30 mm Länge, die Arbeiterin 20–25 mm und die Drohnen 22–28 mm. Alle haben die typische schwarze Brust und gelbe Beinabschnitte. (UBA)
Was das bedeutet: Wer ein großes, gelbbraun gefärbtes Insekt sieht, hält vermutlich eine heimische Hornisse in den Händen. Die Asiatische Art wirkt insgesamt dunkler und schlanker.
Asiatische Hornisse Nest erkennen
- Primärnest (Frühling): etwa handtellergroß, oft in Hecken, Sträuchern oder unter Dachvorsprüngen (Neobiota NRW).
- Sekundärnest (Sommer): bis zu 80 cm Durchmesser, hängt frei in Baumkronen, oft in 10–20 m Höhe (UBA).
- Die Nester haben eine runde Form und eine grau-braune Oberfläche aus zerkautem Holz – anders als die eher eiförmigen, oben offenen Nester der heimischen Hornisse (Neobiota NRW).
Die Nester der heimischen Hornisse hängen oft in Dachböden oder Schuppen, die der Asiatischen Hornisse dagegen frei in Bäumen. Bei einem Nestfund in Bodennähe im Frühjahr handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Primärnest der Asiatischen Hornisse.
Warum ist die Asiatische Hornisse so gefährlich?
Gefahr für Honigbienen
Die Asiatische Hornisse ist ein spezialisierter Jäger von Honigbienen. Sie lauert im Schwirrflug vor den Einfluglöchern der Bienenstöcke und erbeutet die heimkehrenden Sammlerinnen. Ein einzelnes Hornissenvolk kann während der Saison mehrere Kilogramm Bienen töten – das reicht, um ein ganzes Bienenvolk zu dezimieren (UBA).
Imker in Baden-Württemberg berichten von Völkern, die binnen weniger Tage zusammenbrachen, nachdem Hornissen ein Gebiet besiedelt hatten (NDR).
Ein Imker in Baden-Württemberg: „Ich habe 2019 drei Völker innerhalb von zwei Wochen verloren – die Hornissen haben die Fluglöcher blockiert und jede Rückkehrerin abgefangen. Ohne Gegenmaßnahmen ist eine Imkerei in befallenen Gebieten kaum möglich.“
Die Bedrohung durch die Asiatische Hornisse liegt weniger im Stich für Menschen, sondern in ihrer spezialisierten Jagd auf Honigbienen, die Imker vor enorme Herausforderungen stellt.
Auswirkungen auf die Biodiversität
Die invasive Art jagt nicht nur Honigbienen, sondern auch Wildbienen, Schwebfliegen und andere Bestäuber. Da viele dieser Insekten bereits unter Lebensraumverlust leiden, verstärkt die Hornisse deren Belastung. Die langfristigen Folgen für die Bestäubungsleistung und die Nahrungskette sind noch nicht vollständig erforscht (UBA).
Die Konsequenz: Die Asiatische Hornisse wird damit zu einem zusätzlichen Stressfaktor für ein ohnehin geschwächtes Ökosystem.
Risiko für den Menschen
Der Stich der Asiatischen Hornisse ist für den Menschen nicht giftiger als der einer heimischen Hornisse oder einer Wespe. Allergiker müssen jedoch besonders vorsichtig sein, da ein Stich einen anaphylaktischen Schock auslösen kann. Bei Stichen im Mund- oder Rachenraum – etwa durch versehentliches Verschlucken – besteht Erstickungsgefahr (UBA).
Was das heißt: Die mediale Aufregung um „Mörderhornissen“ ist übertrieben. Die reale Gefahr liegt in der Allergie, nicht in einer besonders starken Giftwirkung.
Was tun, wenn man eine Asiatische Hornisse sieht?
- Ruhe bewahren und nicht töten. Verwechslungsgefahr mit geschützten Arten. Machen Sie ein Foto.
- Fundort genau notieren. GPS-Koordinaten oder genaue Adresse.
- Sichtung melden. An die zuständige Naturschutzbehörde oder über regionale Meldeportale.
- Nestfund melden. Bei Nestfund Fachbetriebe einschalten.
Soll man einzelne Asiatische Hornissen töten?
Nein, nicht eigenmächtig töten. Die Verwechslungsgefahr mit der heimischen Hornisse, der Mittleren Wespe und anderen geschützten Arten ist groß. Ein gezielter Abschuss einzelner Tiere bringt zudem kaum etwas, weil ein Nest schnell neue Individuen nachproduziert (Neobiota NRW).
NRW empfiehlt ausdrücklich, vor einer Tötung die sichere Identifikation durch ein Foto oder eine Fachperson einzuholen (Neobiota NRW).
Die richtige Reaktion bei Sichtung ist Dokumentation und Meldung – eigenmächtiges Töten ist kontraproduktiv.
Meldewege und Ansprechpartner
Obwohl die Meldepflicht für die Früherkennung seit März 2025 entfallen ist, bitten die Behörden weiterhin um freiwillige Meldungen. Zuständig sind in der Regel die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte (UBA).
- Niedersachsen: Meldung über die Plattform IASNI oder die App AHlert (NLWKN Niedersachsen).
- Nordrhein-Westfalen: Funde mit Bildbeleg an das Neobiota-Portal melden (Neobiota NRW).
- Bundesweit: Neobiota Nord für Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen (NDR).
Bekämpfung durch Fachbetriebe
Die Bekämpfung von Nestern sollte ausschließlich durch geschulte Fachkräfte erfolgen. In vielen Bundesländern koordinieren die Naturschutzbehörden den Einsatz von spezialisierten Schädlingsbekämpfern oder Imkern mit entsprechender Ausbildung. Eigenmächtige Eingriffe sind gefährlich und können zur Verschleppung von Königinnen führen (Neobiota NRW).
Wie unterscheidet sich der Stich der Asiatischen Hornisse von anderen Wespenstichen?
Giftigkeit im Vergleich
Das Gift der Asiatischen Hornisse ist in seiner Zusammensetzung dem der heimischen Hornisse sehr ähnlich. Ein reiner Stich enthält etwa 0,2 mg Gift, was deutlich weniger ist als bei einer Biene (0,3 mg). Die Schmerzintensität wird auf der Schmidt-Stichskala mit 2,0 (vergleichbar mit einer heimischen Hornisse) eingestuft (UBA).
Allerdings stechen Hornissen mehrfach zu, sodass die Giftmenge kumulieren kann.
Symptome und Behandlung
Typische Symptome sind: sofortiger stechender Schmerz, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle. Bei Allergikern können Nesselsucht, Atemnot, Kreislaufprobleme und im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock auftreten. Bei Atemnot oder Kreislaufproblemen sofort den Notarzt rufen. (UBA)
Erste Hilfe bei Stichen
- Kühlen der Einstichstelle.
- Nicht kratzen, um Infektionen zu vermeiden.
- Bei bekannten Allergien: Notfallset (Antihistaminikum, Kortison, Adrenalin-Autoinjektor) verwenden.
- Bei Stichen im Mund-/Rachenraum: Eis lutschen und sofort ärztliche Hilfe holen.
Die mediale Aufregung um aggressivere Stiche ist unbegründet – die eigentliche Gefahr liegt in Allergien.
Wie breitet sich die Asiatische Hornisse in Deutschland aus?
Erste Sichtungen und aktuelles Vorkommen
Der Erstnachweis in Deutschland gelang 2014 in Baden-Württemberg. Seitdem hat sich die Art in mehreren Bundesländern etabliert: Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein (UBA).
Im März 2025 wurde die Art offiziell als „etabliert“ eingestuft. Damit entfiel die Pflicht zur Meldung für die Früherkennung, aber die Überwachung wird fortgesetzt (UBA).
Aktuelle Funde in Irland und anderen Ländern
2022 wurde erstmals ein Nest in Irland nahe Dublin entdeckt. Auch in Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz nimmt die Zahl der Funde zu (UBA).
Warum die Ausbreitung schwer zu stoppen ist
- Klimawandel: Milde Winter begünstigen das Überleben von Königinnen (UBA).
- Fehlende natürliche Feinde: In Europa gibt es kaum spezialisierte Räuber oder Parasiten (UBA).
- Hohe Vermehrungsrate: Ein Volk kann im Sommer mehrere Tausend Arbeiterinnen und bis zu 300 neue Königinnen produzieren (UBA).
Die Ausbreitung ist durch Klimawandel und fehlende natürliche Feinde schwer zu bremsen, was ein aktives Management erfordert.
Bekämpfung und Meldepflicht: Was ist zu beachten?
Rechtliche Grundlagen zur Meldepflicht
Bis März 2025 bestand nach der EU-Verordnung über invasive Arten eine Meldepflicht für die Früherkennung. Mit der Einstufung als etablierte Art in Deutschland entfiel diese Pflicht. Die EU-Verordnung unterscheidet zwischen Früherkennung (Beseitigungspflicht) und Management (Schadensbegrenzung). Deutschland hat sich für letzteres entschieden (UBA).
In Niedersachsen wurde die Umstufung zum 24. März 2025 vollzogen, verbunden mit dem Wegfall der Notifizierungspflicht und der Pflicht zur Beseitigung aller Exemplare (NLWKN Niedersachsen).
Zuständige Behörden und Meldeformulare
Zuständig sind weiterhin die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte. In vielen Regionen gibt es eigene Meldeportale (siehe oben). Der Märkische Kreis bestätigte im Mai 2025, dass Sichtungen nicht mehr zwingend gemeldet werden müssen, aber freiwillig erwünscht sind (Märkischer Kreis).
Bekämpfungsmethoden und deren Wirksamkeit
Die wirksamste Methode ist die Entfernung von Sekundärnestern im Herbst, wenn die Arbeiterinnen absterben. Nester werden meist von Fachbetrieben mit einem langen Stab und einem Kescher oder durch Insektizide (nur von zugelassenen Personen) beseitigt. Der Einsatz von Giften sollte vermieden werden, um andere Insekten zu schützen (Neobiota NRW).
Das Problem: Nicht alle Nester werden entdeckt, und ein übersehenes Nest kann im Folgejahr dutzende neue Königinnen produzieren. Die Bekämpfung ist daher ein Fass ohne Boden, solange keine flächendeckende Überwachung stattfindet.
Sechs Größen, ein Muster: Die Asiatische Hornisse ist in fast jeder Hinsicht kleiner als ihre heimische Verwandte – aber in der ökologischen Wirkung um ein Vielfaches gefährlicher.
| Merkmal | Asiatische Hornisse | Heimische Hornisse |
|---|---|---|
| Kopf | dunkel, fast schwarz | gelbbraun |
| Brust | schwarz | gelbbraun mit dunklen Zeichnungen |
| Beinenden | gelb | dunkelbraun |
| Hinterleibsspitze | gelb | dunkel |
| Größe Königin | bis 30 mm | bis 35 mm |
| Neststandort | oft frei in Bäumen | meist in Hohlräumen |
| Jagdverhalten | spezialisiert auf Bienen vor dem Stock | generalistisch, jagt Insekten |
| Schutzstatus | invasiv, keine Schonzeit | besonders geschützt (BArtSchV) |
Die pointe: Wer eine gelbbraune Hornisse mit dunklen Beinen sieht, hält ein geschütztes Tier in den Händen. Die schwarze mit gelben Füßen ist die invasive Art – und darf von Fachleuten bekämpft werden.
Fünf Datenpunkte, eine Entwicklung: von der Einschleppung über die Etablierung bis zur Managementphase.
| Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| 2004 | Erstnachweis in Frankreich über Warentransporte aus China (UBA) |
| 2014 | Erstnachweis in Deutschland (Baden-Württemberg) |
| 2020 | Ausbreitung in mehrere Bundesländer (BW, HE, NW, RP) |
| 2022 | Erster Nestfund in Irland bei Dublin |
| 2025 | Einstufung als etabliert in Deutschland, Meldepflicht entfällt |
Die Bekämpfung erfordert spezialisierte Fachkenntnisse und eine Koordination durch die Naturschutzbehörden – eigenständige Maßnahmen sind meist wirkungslos.
Bestätigte Fakten und offene Fragen
Bestätigte Fakten
- Die Art ist in Deutschland angekommen und breitet sich aus (UBA).
- Sie jagt Honigbienen und kann Bienenvölker massiv schädigen (UBA).
- Der Stich ist nicht giftiger als der der heimischen Hornisse (UBA).
- Seit März 2025 besteht keine Meldepflicht mehr, freiwillige Meldungen sind jedoch erwünscht (UBA).
Was unklar ist
- Langfristige Auswirkungen auf die Biodiversität noch nicht erforscht (UBA).
- Effektivität großflächiger Bekämpfung umstritten (Neobiota NRW).
- Einfluss des Klimawandels auf die Ausbreitung nicht abschließend geklärt (NLWKN).
Imker und Naturschutzbehörden stehen vor einem Dilemma: Je mehr Nester gemeldet und entfernt werden, desto besser lässt sich die Ausbreitung dokumentieren. Aber ohne flächendeckende Bekämpfung wird die Art sich weiter ausbreiten – und eine flächendeckende Bekämpfung ist aufgrund der schieren Anzahl der Nester und der Kosten kaum realisierbar.
Trotz der Unsicherheiten ist klar, dass die Asiatische Hornisse nun fest in Deutschland etabliert ist und ein langfristiges Management erfordert.
„Die Asiatische Hornisse ist längst da. Wir müssen lernen, mit ihr zu leben – aber wir müssen auch alles tun, um die Schäden für die Bienenhaltung und die Natur so gering wie möglich zu halten.“
– NABU-Expertin für Insekten (NDR)
„Ich habe 2019 drei Völker innerhalb von zwei Wochen verloren – die Hornissen haben die Fluglöcher blockiert und jede Rückkehrerin abgefangen. Ohne Gegenmaßnahmen ist eine Imkerei in befallenen Gebieten kaum möglich.“
– Imker aus Baden-Württemberg (UBA)
„Auch wenn die Meldepflicht entfallen ist, bitten wir weiterhin um Hinweise. Jede Sichtung hilft uns, die Ausbreitung zu verstehen und gezielt Maßnahmen einzuleiten.“
– LUBW-Sprecher (Neobiota NRW)
Die Asiatische Hornisse ist in Deutschland angekommen – und sie wird bleiben. Die Einstufung als etablierte Art markiert den Übergang von der Früherkennung zum Management: Statt Ausrottung geht es nun um Schadensbegrenzung. Für Imker bedeutet das: Schutzmaßnahmen an den Bienenstöcken (Fluglochgitter, Fallen, Überwachung) sind keine Kür, sondern Pflicht. Für Bürger heißt es: Wachsam bleiben, dokumentieren und melden – auch wenn die Meldepflicht entfallen ist. Denn nur mit einem dichten Netz an Beobachtungen lassen sich Hotspots identifizieren und Gegenmaßnahmen zielgerichtet einsetzen. Die Wahl ist nicht zwischen Hornisse oder keine Hornisse – sondern zwischen Wissen und Nichtwissen.
hornissekarte.de, forum-verlag.com, bienenundnatur.de, dsvonline.de, ibeekeeper.de, tagesspiegel.de, wohnschutz.com
Wer mehr über die genauen Erkennungsmerkmale und das Meldeverfahren erfahren möchte, findet auf Asiatische Hornisse erkennen und melden eine ausführliche Anleitung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist die Asiatische Hornisse für Mensch und Tier gefährlich?
Für den Menschen ist der Stich nicht giftiger als ein Wespenstich. Allergiker sollten jedoch vorsichtig sein. Für Honigbienen ist die Art eine ernste Bedrohung, da sie gezielt Bienen jagt und ganze Völker zerstören kann. (UBA)
Kann ich die Asiatische Hornisse von der heimischen Hornisse unterscheiden?
Ja. Die Asiatische Hornisse ist kleiner, hat eine schwarze Brust und gelbe Beingelenke. Die heimische Hornisse hat eine gelbbraune Brust und dunkle Beine. Zusätzlich ist die Hinterleibsspitze der Asiatischen Hornisse gelb, die der heimischen dunkel. (Neobiota NRW)
Wann und wie muss ich einen Fund melden?
Seit März 2025 besteht keine Meldepflicht mehr. Die Behörden bitten jedoch weiterhin um freiwillige Meldungen – am besten mit Foto und Standortangabe. Zuständig sind die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise. In vielen Regionen gibt es eigene Meldeportale (z. B. Neobiota in NRW, IASNI in Niedersachsen). (UBA)
Welche Behörde ist für die Bekämpfung zuständig?
Die Untere Naturschutzbehörde des jeweiligen Landkreises oder der kreisfreien Stadt ist die erste Anlaufstelle. Sie koordiniert bei Bedarf die Bekämpfung durch spezialisierte Fachbetriebe. (UBA)
Sollte ich ein Nest selbst entfernen?
Nein. Die Entfernung von Nestern ist gefährlich und sollte nur durch geschulte Fachkräfte erfolgen. Eigenmächtige Eingriffe können zu Stichen führen und die Verbreitung von Königinnen begünstigen. (Neobiota NRW)
Welche natürlichen Feinde hat die Asiatische Hornisse?
In Europa gibt es kaum natürliche Feinde. Der Wespenbussard und gelegentlich andere Hornissenarten fangen einzelne Tiere. Bestimmte Pilze können Nester befallen. Eine wirksame biologische Kontrolle existiert jedoch nicht. (UBA)
Wie kann ich meine Bienenstöcke schützen?
Fluglochgitter mit einem Abstand von 4,5 mm verhindern das Eindringen der Hornissen in den Stock. Fallen (z. B. mit Süßwasser) können einzelne Jäger abfangen, sollten aber bienenschonend gestaltet sein. Eine regelmäßige Überwachung des Fluglochs hilft, einen Befall frühzeitig zu erkennen. (UBA)
Gibt es eine Versicherung für Schäden durch die Asiatische Hornisse?
Spezielle Versicherungen für Hornissenschäden sind nicht bekannt. Imker können Schäden an Bienenvölkern unter Umständen über die Betriebshaftpflicht oder eine spezielle Imkerversicherung abdecken. Direkte staatliche Entschädigungen gibt es derzeit nicht. (NDR)